Humorvoll Konflikte lösen

09. Juli 2012 | Kategorie: Karriere, Management

Überall, wo Menschen aufeinander treffen, treten auf kurz oder lang unweigerlich Konflikte auf. Dies gilt umso mehr für das Arbeitsleben. Während wir unliebsamen Zeitgenossen im Privatleben einfach aus dem Weg gehen können, ist das im Berufsleben nicht so einfach. Die Kollegen im Büro können wir uns nicht aussuchen. Ob es uns passt oder nicht, es wird erwartet, dass wir gut mit ihnen zurechtkommen. Es handelt sich um eine systembedingte, und von der Führung sozusagen verordnete Zusammenarbeit, die nicht immer reibungslos verläuft.

Konflikte entstehen dann, wenn mindestens einer von zwei Beteiligten sich durch das Dulden, Unterlassen oder Handeln des anderen in seinem eigenen Wirkungskreis eingeschränkt fühlt. Im Extremfall führen Konflikte sogar zu psychischen Problemen, wenn sie nicht konstruktiv gelöst werden. Es ist daher ratsam, Probleme so früh wie möglich anzusprechen, um eine spätere Konflikteskalation zu vermeiden. Der Fokus liegt also nicht etwa auf der Frage „Wie vermeide ich am besten Konflikte“, sondern auf der Frage: „Wie gehe ich am besten mit Konflikten um?“

Viele Menschen scheuen sich jedoch davor, Probleme und Konflikte zu thematisieren. Sie „schlucken“ auftauchende Probleme viel zu häufig runter und warten, bis eine harmonische Konfliktbesprechung und –lösung meistens gar nicht mehr möglich ist. Oft steckt dahinter die Angst vor Zurückweisung, die Angst vor dem Verlust von Zuneigung und Karrieremöglichkeiten oder sie möchten einfach nicht als Spielverderber gelten. Wenn man richtig mit Konflikten umgeht, ist diese Angst jedoch häufig unbegründet.

Ein wichtiges Instrument im richtigen Umgang mit Konflikten ist der Humor. Lachen führt zum Stressabbau und fördert die Produktion von Glückshormonen. Gerade in Stress belasteten Situationen führt Humor zu einer Entspannung der Situation, die wiederum einen zusätzlichen Schub an Kreativitätspotenzial zur Lösung des Konfliktes freisetzen kann. Humor kann auch zum Perspektivenwechsel einladen, denn durch ihn kann man kritische Dinge direkt und gezielt ansprechen, ohne verletzend zu wirken. Das dem Konflikt typische Muster von Angriff und Verteidigung kann durch Humor durchbrochen werden. Humor führt damit zu einer Entschärfung des Konfliktes durch Abbau von Distanz. Insbesondere im entspannten Gespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter kann Humor als Mittel zur gefühlten Verflachung der Hierarchie führen. Die Verstärkung und Karikierung eines Verhaltensmusters machen es bewußt und heben es durch die humorvolle Darstellung auf die Metaebene, ohne dass es angreifend wirkt.

Wenn Sie also Eigenschaften einer anderen Person kritisieren, kann Humor und Selbstironie ein wichtiges Instrument sein, den anderen nicht in die Defensive zu drängen. Wer  gemeinsam mit anderen über eine Situation lachen kann, schafft Gemeinsamkeit und baut Distanz ab. Humor kann deswegen als wertvolles Stilelement in einer Mediation gezielt eingesetzt werden. Allerdings verbietet es sich, platte und anzügliche Witze zu reißen, die auf Kosten anderer gehen. Auch ist Einfühlungsvermögen für die Situation ohnehin unabdingbare Eigenschaft eines Mediators. Wer beispielsweise die Mediation eines Erbfalles durchführt, sollte nicht unbedingt Witze über den Tod oder die schrulligen Eigenschaften von verstorbenen Tanten machen.

Humor kann umgekehrt aber auch als ein Konflikt verschärfendes Stilmittel eingesetzt werden, wenn man über jemanden lacht und ihn zum Opfer macht. Der Mediator muss für die Ernsthaftigkeit sorgen und die Entwürdigung einer Person  vermeiden. Wenn durch unterschiedlichen Humor Missverständnisse entstehen, ist es die Aufgabe des Mediators, diese aufzugreifen.

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