Mediation wird immer bekannter
10. April 2012 | Kategorie: Mediation
Das INSTITUT FÜR DEMOSKOPIE ALLENSBACH hat im Auftrag der ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs-AG im Rahmen einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung festgestellt, dass die Mediation als Alternative zum Gerichtsverfahren immer bekannter wird. So kam man zu folgenden Umfrageergebnissen:
40 % der Bevölkerung empfinden den Gedanken daran, in einen Gerichtsprozess verwickelt zu sein, als sehr unangenehm und 27 % als ziemlich unangenehm.
65% der Bevölkerung haben von der Möglichkeit einer Mediation gehört.
46 % der Bevölkerung glauben sogar, dass sich durch die Mediation viele Streitigkeiten beilegen lassen. Allerdings stehen noch 41 % diesem Verfahren skeptisch gegenüber.
57 % von denjenigen, die von einer Mediation gehört haben, glauben an einen positiven Effekt und nur 34 % äußerten Zweifel an der Effektivität.
Gleichzeitig stellt der Report heraus, dass wesentliche Kritikpunkte an einem Gerichtsverfahren die zu lange Verfahrensdauer und eine als uneinheitlich wahrgenommene Rechtsprechung sind. In Anbetracht dieser Ergebnisse kann man davon ausgehen, dass die Mediation zukünftig noch stärker in den Fokus der Streitbeilegung gelangen wird.
Dabei handelt es sich um ein außergerichtliches Verfahren zur konstruktiven Lösung von Streitigkeiten mit Hilfe einer dritten, allparteilichen Person: dem / der Mediator / -in. Damit eine Mediation erfolgreich ist, müssen alle Konfliktparteien mit dem Verfahren einverstanden sein. Die Vertraulichkeit der besprochenen Inhalte, auch über den Mediationsprozess hinaus, muss zugesichert werden. Aufgabe der Mediation ist es, die unterschiedlichen Interessen der Konfliktparteien herauszuarbeiten und die Parteien zu einer eigenverantwortlichen Lösungsfindung zu motivieren. So gibt es keine Verlierer, sondern nur Gewinner.
Checkliste: Vorteile des Mediationsverfahrens
Kosteneinsparung: Frei zu vereinbarende Tages- oder Stundenhonorare mit dem Mediator liegen deutlich unter den streitwertorientierten Anwalts- und Gerichtskosten.
Zeitersparnis: Bis eine Sache streitig von Anwälten und Gerichten entschieden oder verglichen wird, dauert es unter Umständen Monate, wenn nicht sogar Jahre.
Selbstverantwortung: Die Beteiligten können bei der Mediation selbst das Tempo, die Zeit und den Ausgang des Lösungsprozesses bestimmen.
Positives Image: Während Gerichtsverfahren dem Unternehmensimage schaden, verbessert Mediation den Ruf der Beteiligten im Sinne einer konstruktiven Streitkultur.
Unternehmenskultur: Wird der destruktive Umgang mit Konflikten vor Gericht vermieden, erhöht sich die Motivation der Führungskräfte und Mitarbeiter.
Win-win-Prinzip: Eine Mediation setzt sich zum Ziel, eine zukunftsorientierte und für alle Beteiligten angemessene Konfliktlösung zu finden. So können bisher erfolgreiche Beziehungen zwischen Geschäftspartnern aufrechterhalten werden.





